Campus-Community-Partnerships: Wissenschaft trifft Zivilgesellschaft

Das Hochschulnetzwerk Bildung durch Verantwortung e.V. bündelt auf dieser Website Informationen zum Thema Campus-Community-Partnerships. Erfahren Sie mehr darüber wie Hochschulen CCPs in ihre Mission und Kultur integrieren können.

Was sind Campus-Community-Partnerships?

    Grundlagen und Zielsetzung

    Campus-Community-Partnerships (CCPs) sind strategische Kooperationen zwischen Hochschulen und externen Akteuren. Ihr Kern ist ein ko-kreativer Wissensprozess, der auf Reziprozität beruht und der Bearbeitung gesellschaftlicher Fragestellungen dient.

    Mehrwert für die Zivilgesellschaft

    Praxispartner erhalten Zugang zu wissenschaftlicher Expertise und akademischen Ressourcen. Dies ermöglicht evidenzbasierte Lösungsansätze für lokale Herausforderungen und fördert soziale Innovationen sowie den Kapazitätsaufbau in der Community.

    Akademische Relevanz


    Hochschulen integrieren durch CCPs zivilgesellschaftliche Perspektiven. Dies fördert transdisziplinäre Forschungsansätze und innovative Lehrformate (z.B. Service- Learning), wodurch die gesellschaftliche Relevanz von Wissenschaft gestärkt wird.

Die Notwendigkeit für Hochschulen, eine bewusste Rolle in der Gesellschaft einzunehmen und aktiv zu gestalten, ist unbestritten:

Angesichts aktueller Krisen und Herausforderungen wie der digitalen Transformation, dem Klimawandel und sozialer Ungleichheit wird die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Zivilgesellschaft immer wichtiger. In diesen Kontexten gewinnen Campus-Community-Partnerships (CCPs), als auf Formen der Zusammenarbeit ausgelegte Kooperationen, seit einigen Jahren international an Bedeutung. Diese Partnerschaften bieten nicht nur die Möglichkeit, für die beschriebenen Herausforderungen gemeinsam nachhaltige Lösungen zu entwickeln, sondern bedeuten auch eine stärkere Verknüpfung von Wissen aus der Praxis und aus der Wissenschaft. Im Zentrum stehen dabei Lehr-Lernformate, Forschungsprojekte und Dialoginitiativen, die eine enge Verzahnung und Transferbeziehungen von Campus und Gesellschaft ermöglichen.

Geeignete Formate für CCPs umfassen:

Angesichts aktueller Krisen und Herausforderungen wie der digitalen Transformation, dem Klimawandel und sozialer Ungleichheit wird die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Zivilgesellschaft immer wichtiger. In diesen Kontexten gewinnen Campus-Community-Partnerships (CCPs), als auf Formen der Zusammenarbeit ausgelegte Kooperationen, seit einigen Jahren international an Bedeutung. Diese Partnerschaften bieten nicht nur die Möglichkeit, für die beschriebenen Herausforderungen gemeinsam nachhaltige Lösungen zu entwickeln, sondern bedeuten auch eine stärkere Verknüpfung von Wissen aus der Praxis und aus der Wissenschaft. Im Zentrum stehen dabei Lehr-Lernformate, Forschungsprojekte und Dialoginitiativen, die eine enge Verzahnung und Transferbeziehungen von Campus und Gesellschaft ermöglichen.

Service Learning
Citizen Science
Community Based Research
Reallabore
Open Space
Barcamps

Sowie weitere Werkzeuge und Formate zur Kollaboration und Kooperation. Die Einbindung von CCPs in die Hochschulstrategien ist nicht nur eine Antwort auf gesellschaftliche Herausforderungen, sondern erfüllt auch den Auftrag der Third Mission für Hochschulen, welche mittlerweile in Hochschulgesetzen verankert ist und die Bedeutung der gesellschaftlichen Verantwortung von Bildungseinrichtungen unterstreicht. Der Ausbau von Transferbeziehungen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft ist auch in den Fokus von Drittmittelförderungen gerückt.

Siehe dazu auch Qualitätskriterien Service Learning

1. Integration von CCPs in die Mission der Hochschule

Zeigen Sie von Seiten der Hochschulleitung Commitment zur Gestaltung von Kooperationen durch eine Integration von CCPs in das Leitbild und entsprechende Strategiepapiere der Hochschule. Regen Sie darüber hinaus entsprechende Aktivitäten bewusst an.

Der Struktur- und Entwicklungsplan (StEP) 2028 der Universität Mannheim verankert gesellschaftliches Engagement als strategisches Ziel. Er definiert Transfer explizit als wissenschaftliche Leistungsdimension, die über eine reine Querschnittsaufgabe hinausgeht. Kooperationen mit Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft, insbesondere Campus-Community-Partnerships (CCPs), sind integraler Bestandteil der Hochschulmission. Dadurch wird Transfer sichtbar, strukturell und strategisch zur institutionellen Identität.

2. CCPs an aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen anbinden

Öffnen Sie den Diskurs zu gesellschaftlicher Verantwortung, nachhaltiger Entwicklung, Digitalisierung (KI) und anderen aktuellen Herausforderungen. Unterstützen Sie CCPs, die zur Lösung dieser Herausforderungen beitragen.

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) etabliert mit Reallaboren einen transdisziplinären Forschungsansatz, der Bürgerinnen und Bürger direkt in die Entwicklung einbindet. Ziel ist die gemeinsame Erprobung neuer Technologien und Lösungsansätze für gesellschaftliche Transformationen (z.B. autonomes Fahren, Energiewende, Klimaschutz). Als Beispiel dient das Projekt „Quartier Zukunft 3 Labor Stadt“, in dem partizipativ erforscht wird, wie nachhaltiges Leben im urbanen Raum zukunftsfähig gestaltet werden kann. So werden Wissenschaft und Gesellschaft zur gemeinsamen Lösungsfindung verbunden.

3. Lehr-, Forschungs- und Transferbezug

Unterstützen Sie Lehrende und Forschende dabei, ihre Arbeit auch auf aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen auszurichten. Fördern Sie inter- und transdisziplinäre Perspektiven und Forschungsprojekte, die in Zusammenarbeit von Hochschule und Zivilgesellschaft durchgeführt werden. Stärken Sie die unternehmerische Tätigkeit innerhalb der Hochschule, die sich für einen positiven Wandel, für das Gemeinwohl, für die Lösung sozialer Probleme oder für die Umwelt einsetzen.

Die Universität Kassel verankert ihren Transfer über die zentrale Einrichtung UniKasselTransfer, die Transferaktivitäten der Fachbereiche unterstützt und den strategischen Wandel zum gestaltungsorientierten Transfer fördert. Impulse werden gesetzt durch bestehende Formate (z.B. Service Learning) und neue Angebote des SDG+ Labs (Projekt Innovative Hochschule bis 2027). Fokus ist die Entwicklung und Erprobung transdisziplinärer Methoden kollaborativer Wissensproduktion mit gesellschaftlichen Partnern.

4. Curriculare Verankerung

Unterstützen Sie Fakultäten, Fachbereiche, Institute und Einrichtungen, die CCPs in Curricula und Modulbeschreibungen integrieren wollen, um die Relevanz der Partnerschaften im Lehrangebot sichtbar zu machen und langfristig zu verankern.

An der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) erfolgt die curriculare Verankerung von Service Learning über dedizierte Module („nachhaltig engagiert“, „Gremienarbeit“). Zentral ist das Pflichtmodul „Einführung in die nachhaltige Entwicklung“ für alle Erstsemester, das die theoretische Grundlage legt. Die Anerkennung studentischen Engagements wird durch Preise der Hochschulgesellschaft und der Stadt Eberswalde gefördert. Ergebnisse können in Publikationen und Projekten münden.

5. Motivation und Engagement fördern

Schaffen Sie Anreize für Hochschulangehörige, sich in CCPs zu engagieren. Dazu gehören Anerkennung, Wertschätzung, offizielle Würdigungen und ein transparentes Anreizsystem, das zur Beteiligung motiviert.

Die Universität Duisburg-Essen fördert CCPs über ein vielschichtiges Anreizsystem. Studentisches Engagement, etwa im Service Learning, wird durch ECTS und Zertifikate formal anerkannt. Preise für Lehrende und Studierende (z.B. Diversity Engagement Preis) schaffen zusätzliche Sichtbarkeit. Strukturell fungiert das Zentrum UNIAKTIV als zentrale Anlauf- und Koordinationsstelle, die innovative Lehrformate und den Austausch fördert. Die Mitgliedschaft in Netzwerken (z.B. HBdV) dient dem Transfer von Good Practices und stärkt
das institutionelle Engagement.

6. Gleichberechtigte Zusammenarbeit sicherstellen

Leben Sie den Willen zur Gestaltung von CCPs auf Leitungsebene vor und fördern Sie so die Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen
Hochschulangehörigen und der Community. Schaffen Sie transparente Informations- und Kommunikationsstrukturen zum wechselseitigen Austausch auf strategischer und operativer Ebene.

Institutionen wie der Wissenschaftsladen (WILA) Bonn agieren als „Übersetzer“ und „Makler“. Sie nehmen Fragestellungen aus der Zivilgesellschaft auf und führen Projekte an der Schnittstelle zwischen Universität und Gesellschaft durch. Durch diese Projekte schaffen sie neue Strukturen und langfristig angelegte Netzwerke/Möglichkeiten des Transfers in die konkrete gesellschaftliche Praxis. Das garantiert Relevanz und fördert die Augenhöhe von Beginn an. So können potentiell partizipativere Prozesse für die Einreichung von Anfragen und die Kommunikation über den Projektverlauf ermöglicht werden.

7. Weitere externe Partner in CCPs einbinden

Nutzen Sie Ihre Netzwerke und Zugänge, um weitere externe Partner in CCPs einzubinden und ermöglichen Sie so, wo praktikabel und sinnvoll, einen Zugang zu materiellen und immateriellen Ressourcen.

Institutionell verankerte Schnittstellen wie das Forschungsbüro für Soziale Innovation (ROSI) professionalisieren diese Einbindung. Als Vermittler zwischen Wissenschaft und Gesellschaft initiiert, koordiniert und begleitet es transdisziplinäre Kooperationsprojekte. In diesen bearbeiten Akteure aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft gemeinsam mit Forschenden und Studierenden anwendungsorientierte Fragestellungen. So wird Forschung in gesellschaftlicher Verantwortung systematisch ermöglicht und die Zusammenarbeit zwischen diversen Partnern strukturell gefördert.

8. Monitoring und Evaluation

Unterstützen Sie die systematische Evaluation der Kooperation, um die Zusammenarbeit kontinuierlich zu verbessern. So wird eine nachhaltige Entwicklung der Partnerschaften gesichert.

Im Handlungsfeld Monitoring und Evaluation fokussiert das BMBF-Projekt TransforMA (Uni/TH Mannheim) auf die systematische Qualitäts- und Wirkungsanalyse von Transferkooperationen. Ziel ist es, durch kontinuierliche Erfassung von Prozessen und Ergebnissen eine evidenzbasierte Weiterentwicklung der Formate zu ermöglichen. Als Beispiel dient das Citizen-Science-Projekt „Die Sprach-Checker“ (IDS), dessen Prozess begleitend evaluiert wurde, um Wirkungen zu messen und „lessons learned“ abzuleiten. Die Erkenntnisse fließen direkt in die Gestaltung neuer Aktivitäten ein und schaffen so eine lernende Struktur für nachhaltige Partnerschaften.

CCPs: Ein integriertes System

Die erfolgreiche Umsetzung von Campus-Community-Partnerships erfordert eine synergetische Verknüpfung aller acht Kriterien. Erst im Zusammenspiel entfalten sie ihre volle Wirkung und ermöglichen eine nachhaltige gesellschaftliche Verantwortung der Hochschulen. Dieses integrierte System bildet die Grundlage für wirkungsvolle und zukunftsfähige Partnerschaften.

Gesellschaftliche Transformation gestalten durch Campus-Community-Partnerschaften

Campus-Community-Partnerschaften (CCPs) sind nicht nur Verbindungsglieder, sondern aktive Gestaltungselemente für den
gesellschaftlichen Wandel. Sie ermöglichen es Hochschulen, ihre Expertise vor Ort in die Lösung drängender Probleme einzubringen und gemeinsam mit der Zivilgesellschaft nachhaltige Transformationen zu bewirken. Durch kollaboratives Handeln werden dabei neue Wege beschritten.

    Gesellschaftliche Wirkung

    CCPs überführen wissenschaftliche Erkenntnisse vor Ort in konkrete Lösungen für soziale, ökologische und ökonomische Herausforderungen, fördern bürgerschaftliches Engagement und stärken die lokale Gemeinschaft.

    Bildungsinnovation


    Sie bereichern Lehre und Forschung durch praxisnahe Projekte, ermöglichen transdisziplinäres Lernen und entwickeln Studierende zu verantwortungsbewussten Akteuren für eine zukunftsfähige Gesellschaft.

    Institutioneller Wandel

    CCPs verankern Hochschulen stärker in der Gesellschaft, fördern eine Kultur der Offenheit und Kooperation und stärken ihre Relevanz als Motor für eine nachhaltige und gerechte Entwicklung.

Die Sammlung von CCPs Praxisbeispielen ist nicht abgeschlossen – Bitte schicken Sie uns Ihre Beispiele per Email und wir veröffentlichen diese. Wenn Sie mehr über Campus-Community-Partnerships erfahren wollen oder den Kontakt zu Expert:innen suchen für Austausch oder Beratung, kontaktieren Sie uns per Mail: